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Künstler Alex Horley blickt auf 15 Jahre Zusammenarbeit mit Blizzard zurück

Künstler Alex Horley blickt auf 15 Jahre Zusammenarbeit mit Blizzard zurück

Wenn ihr Fans des Warcraft-Universums seid, seid ihr wahrscheinlich auch Fans von Alex Horley – auch wenn euch das vielleicht nicht bewusst ist! Alex ist verantwortlich für einige der ikonischsten Illustrationen, die man in den letzten 15 Jahren bei Blizzard bewundern konnte. Aufgrund seiner spektakulären Motivkunst für Warlords of Draenor und seiner unzähligen Arbeiten für Hearthstone seid ihr wahrscheinlich bereits mit seinen Werken vertraut.

Zur Person

Alex wurde als Alessandro Orlandelli in Italien geboren und stammt aus der kleinen Gemeinde Opera in der Nähe von Mailand. Dort brachte er sich selbst Englisch bei, indem er Comics las. „Ich zeichne schon solange ich mich zurückerinnern kann“, so Alex. „Als Kind wollte ich immer nur Comics zeichnen. Ich bin mit Künstlern wie Jack Kirby und John Buscema ausgewachsen, in der Bronzezeit von Marvel in den Siebzigern.“

Als Teenager war Alex vom Werk Frank Frazettas begeistert, einem amerikanischen Fantasy- und Science-Fiction-Künstler, der zu den angesehensten Illustratoren des 20. Jahrhunderts gehörte. Alex durchstöberte Buchläden nach seinen Werken und stieß letztendlich auf eine Ausgabe von The Fantastic Art of Frank Frazetta, Band 1–4. Er kaufte seine ersten Pinsel und machte sich gleich am nächsten Tag ans Malen. „Als ich die Arbeit von Frank entdeckt habe, war das wirklich ein Wendepunkt für mich“, erzählt Alex, „weil sie mir gezeigt hat, was man alles mit einem Pinsel und etwas Farbe erschaffen kann.“

Alex ist ein autodidaktischer traditioneller Künstler, der größtenteils mit Acryl- und Ölfarbe malt. Beim Malen hat er einen Hang zum Grotesken und Unheimlichen, lässt allerdings auch einen Heavy-Metal-Stil einfließen, der von den Comiczeichnern seiner Kindheit inspiriert ist (unter anderem Richard Corben, Sanjulian, Gil Kane und Gene Colan). Auch die epischen Geschichten von Robert E. Howard dienen ihm als Inspiration, insbesondere die über Conan den Barbaren. Alex hat ein gutes Auge für Licht, Farben und Komposition. Seine Gemälde tun sich aufgrund ihrer Darstellung von Bewegung, Emotionen und detaillierter Anatomie von Kreaturen wie auch Menschen hervor.

Als er die renommierte Akademie der Schönen Künste in Mailand besuchte, gab es keine Kurse mit Schwerpunkt auf Fantasykunst oder Comics. Damals verbrachte er jede freie Minute damit, die Skulpturen der Pinacoteca di Brera zu skizzieren, seine eigenen Illustrationen im Fantasy-Stil zu malen und die örtlichen Comicbuchläden zu durchstöbern. Nach seinem Abschluss nahm er den Künstlernamen Alex Horley an (inzwischen seine eingetragene Marke), da er befürchtete, potenzielle Herausgeber könnten sich seinen echten Namen nur schwer merken. Außerdem fand er, der Name könnte beim Signieren seiner Arbeiten zu viel Platz rauben.

HS17-119.jpgSpäter erschuf Alex Illustrationen für das Magazin Heavy Metal, Marvel Comics, DC Comics, Dark Horse Comics, Hasbro, Wizards of the Coast, Disney, Rob Zombie und Gene Simmons von KISS, um nur ein paar der bekannten Unternehmen und Persönlichkeiten aus dem Unterhaltungs- und Fantasy-Bereich zu nennen, für die er gearbeitet hat.

Irgendwann Mitte der 2000er Jahre kam Alex dann zu Blizzard, um Auftragswerke für das Sammelkartenspiel von World of Warcraft zu kreieren. „Im selben Jahr, in dem ich mit der Arbeit am Sammelkartenspiel angefangen habe, hatte ich einen Stand auf der San Diego Comic Con. All diese Leute sind zu meinem Tisch gekommen und waren wirklich sehr freundlich. Sie haben gesagt, dass sie meine Arbeit echt toll finden“, erzählt Alex. „Ich hatte keine Ahnung, wer sie waren. Irgendwann hat mir jemand gesagt: ‚Hey, das ist Samwise! Das ist Frank Pearce! Das sind alles Leute von Blizzard!‘ Frank hat sich mir vorgestellt und gesagt, er sei von meiner Arbeit für das Sammelkartenspiel begeistert. Dann hat er mich als seinen Gast zur BlizzCon eingeladen. Das war eine große Ehre!“

Frank Pearce, einer der Mitbegründer von Blizzard, ist stolzer Besitzer von mindestens sieben Gemälden von Alex. Über ein Dutzend weitere hängen zurzeit überall im Hauptsitz von Blizzard Entertainment verteilt.

Nachdem sie die BlizzCon besucht hatten, lud Frank Alex zum ersten Mal auf den Blizzard Campus ein, um mit den anderen Künstlern über seine Arbeit am Sammelkartenspiel zu reden. „Von Anfang an herrschten gegenseitiger Respekt, Bewunderung und die Liebe zur Kunst. Zuerst habe ich im Creative Development-Team gearbeitet“, erinnert sich Alex, „und ein paar Jahre später war ich dann zusammen mit Chris Robinson und Chris Metzen direkt an Warlords of Draenor beteiligt.

Die Gestaltung der Motivkunst für die Erweiterung Warlords of Draenor war einer der Höhepunkte von Alex’ Karriere bei Blizzard. Alex war der erste externe Mitarbeiter von Blizzard, der Kunst für die Spieleverpackungen anfertigen durfte. „Ich bin jeden Tag mit meinen Farben zum Campus gegangen, um dort zu malen. Ich hatte meine Staffelei und meine Leinwand. Ich kam mir etwas altmodisch vor“, erzählt Alex, „weil alle an ihren Bildschirmen gearbeitet haben, während ich da komisch mit meinen Leinwänden und Pinseln hantiert habe. Aber es hat Spaß gemacht! Es war toll, am kreativen Prozess mitzuwirken. Ich durfte sogar ein paar Charaktere entwerfen, was schon ziemlich cool war.“

Der Prozess

Original_Malfurion_Ref.jpgWenn Blizzard neue Illustrationen bei Alex in Auftrag gibt, erhält er üblicherweise eine künstlerische Einweisung, Referenzmaterial und eine Szenenbeschreibung, in der es darum geht, was der Charakter tut, wie der Charakter aussehen soll und wie sich der Charakter in diesem Moment fühlt. „Dafür ist meine Erfahrung mit Comics äußerst hilfreich“, meint Alex, „weil man bei Comics nicht einfach nur Porträts zeichnet, sondern Charaktere, die eine Geschichte erzählen. Ich glaube, dass Comiczeichner sehr ähnlich arbeiten wie Filmregisseure mit Szenenbüchern. Man entwickelt und filmt die Szenen, gibt den Charakteren Anweisungen, legt Kamerabewegungen, Beleuchtung und Hintergründe fest. Bei nur einem Bild muss man sie visuell so handeln lassen und ihre Emotionen so rüberbringen, dass es für den Betrachter verständlich ist. Man muss all das muss gleichzeitig vermitteln!“

HS9-001.jpgJeder Künstler hat seine eigene Herangehensweise, und bei Alex ist das nicht anders. „Mein Arbeitsprozess ist sehr einfach und traditionell“, erklärt Alex. „Als erstes kommt die Skizze. Hier löst man die meisten Probleme hinsichtlich der Komposition und Kontraste. Es ist wichtig, in einem kleinen Format anzufangen, weil man so sicherstellen kann, dass alles zusammenpasst, völlig unabhängig von der Größe des fertigen Bilds. Dann erstelle ich die große Version, um die Bildbalance auszuarbeiten, und sende die komplette Konzeptskizze zur Freigabe ein. Sobald sie freigegeben ist, transferiere ich das Bild auf die Fläche, auf der ich letztendlich arbeiten werde. Dann kommt die Untermalung mit neutralen Farben. Manche benutzen dafür Grautöne, andere Brauntöne. Ich nehme Lila. Für mich ist es mit Lila einfacher. Man sieht durch Folien, wie die Farben übereinander aussehen. Das hilft dabei, schneller voranzukommen und die Farben heller erstrahlen zu lassen.“

W2_209.jpgDanach bringt Alex Licht und Schatten ins Gleichgewicht, passt den Hintergrund an die Farbpalette an und stellt sicher, dass jedes Detail erkennbar ist. „Bei diesem Prozess geht es immer hin und her“, meint Alex. „Erst kommen die dunklen Töne, dann die hellen, und dann wird immer wieder abgewechselt, bis alles aufeinander abgestimmt ist. Dann scanne ich mein Gemälde ein, passe die letzten Details an und sende es ein!“

Die Gemälde

HS19-295.jpgAlex hat über die Jahre mehr als 500 Illustrationen für Blizzard angefertigt und an fast jedem Franchise mitgewirkt. In Hearthstone ist sein Einfluss deutlich erkennbar: Sein Porträt von Malfurion, das ursprünglich aus dem World of Warcraft-Sammelkartenspiel stammt, stellt das Standardporträt des Druidenhelden dar. Das allererste Gemälde, das Alex direkt für Hearthstone angefertigt hatte, was das Porträt von Gul’dan, dem Standardhelden für Hexenmeister. Er war es auch, der mit seiner neueren Illustration von Illidan Sturmgrimm den Dämonenjäger zum Leben erweckte.

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Über die Jahre hat er auch einige beeindruckende Murlocs auf die Leinwand gezaubert und einer gewaltigen Vielfalt dieser amphibischen Kerlchen Leben eingehaucht. „Ich habe Himmelsflosse für Erbe der Drachen entworfen! Aus Sicht eines Künstlers war das eines der wenigen Werke, das annähernd hundertprozentig so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte“, erzählt Alex. „Das passiert fast nie! Es sah fast genau so aus, wie ich es wollte, also liegt mir Himmelsflosse natürlich besonders am Herzen. Insgesamt gehört er zu meinen Lieblingsmurlocs und -karten, die ich für Hearthstone erschaffen habe.“

Zuletzt war Alex federführend an der Rückkehr der Alten Götter beim Dunkelmond-Wahnsinn beteiligt. „Ich habe das Glück, mit Jeremy Cranford als Art Director zusammenzuarbeiten. Er kennt meine Vorliebe für gruselige Monster, Horrorgestalten, von Lovecraft inspirierte Tentakel, Fangzähne und all diese Dinge“, meint Alex. „Also gab er mir den Auftrag, diese großen Gemälde anzufertigen! Die Herausforderung lag darin, diese Warcraft-Charaktere darzustellen, die normalerweise in einer sehr düsteren und schwach beleuchteten Umgebung vorkommen, und sie dem visuellen Stil von Hearthstone anzupassen. Also dachte ich mir: ‚Wie kann ich etwas erschaffen, das aussieht wie … eine Jahrmarktattraktion rund um die Alten Götter?’ Das ist so ziemlich das, was ich im Hinterkopf hatte, als ich diese Dinger gemalt habe! Sie mussten so furchterregend wie Kaiju aussehen, aber gleichzeitig eine Farbpalette haben, die hell und fast fröhlich wirkt. Das war eine Herausforderung, aber auch eine tolle Erfahrung. Ich hatte viel Spaß dabei, sie zu malen, und es war toll mit anzusehen, wie gut sie bei Fans auf der ganzen Welt ankamen!“

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Die Lektionen

Alex hat über die Jahre einiges gelernt und gibt seine Erkenntnisse gerne an alle angehenden Künstler da draußen weiter. „Bleibt aufgeschlossen“, rät Alex. „Werdet nicht selbstgefällig. Ihr müsst immer weiter üben und lernen, um euch in eurer Arbeit weiterzuentwickeln. Als Künstler kann man sich manchmal ein Künstlerego erlauben, und manchmal ist es gesünder, es abzulegen. Denkt immer daran, dass man von allen etwas lernen kann. Ich weiß, dass einige Künstler an Videospielen arbeiten wollen und sich deshalb nur Kunst von Videospielen ansehen. Aber so engt man sich nur selbst ein! Wenn man über den Tellerrand hinausschaut, findet man sehr viel Inspiration. Es hilft eurer Kunst, wenn ihr euch Dinge außerhalb eures Interessengebiets anseht. Man weiß nie, wo man etwas lernen oder was einen inspirieren kann.“

W2_211.jpgIhr könnt Alex Horley unter @alexhorleyartofficial auf Instagram und @AlexHorleyArt auf Twitter folgen! Meldet euch an, um eine E-Mail-Benachrichtigung zu erhalten, wenn Gemälde, Konzeptskizzen und limitierte Drucke auf www.alexhorleyart.com verkauft werden, indem ihr eine Anfrage per E-Mail an BlazeProductionsInc@gmail.com sendet.

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