Overwatch

Wöchentliche Zeitschleife: Jetpack Cat – Alles für die Katz’

Blizzard Entertainment

Dieses majestätische Geschöpf dort am Horizont ist weder ein Vogel noch ein Flugzeug: Es ist eine Katze … mit einem Jetpack! Vielleicht ist sie eure neue Lieblingsheldin. Vielleicht ist sie ein plüschiger Albtraum, der Jagd auf eure Backline macht. Oder beides? So oder so steht fest, dass die fell-omenale fliegende Katze seit ihrem Debüt in Overwatch für jede Menge Aufmerksamkeit sorgt.

Jetzt, wo sie aus dem Sack ist und mit ihrer niedlichen Art für Chaos sorgt, möchten wir euch zeigen, wie der lang erträumten Jetpack Cat die kämpferische Fika wurde, die ihr heute spielt.

Die Erstellung des perfekten Miau-dells (haltet euch fest, es kommen noch mehr Katzen-Wortspiele)

Wenn Saison 1 euer Einstieg in Overwatch ist, überrascht es euch vielleicht, dass die Idee für unser neuestes Fellknäuel schon vor über zehn Jahren in Titan entstanden ist, dem ursprünglichen Spiel, aus dem später Overwatch hervorging. Das Pfot-enzial einer möglichen Veröffentlichung war für die Overwatch-Community fast zehn Jahre lang Schrödingers Katze (Wortspiel absolut beabsichtigt).

Die Entscheidung, Jetpack Cat im Rahmen der Einführung mehrerer Helden in Saison 1 endlich Wirklichkeit werden zu lassen, verstand sich für Team 4 also quasi von selbst. Wir wollten bewusst etwas Heiteres und Ungewöhnliches einbringen, um die teils düsteren und ernsten Erzählstränge rund um die anderen neuen Helden aufzulockern. Jetpack Cat bildete den letzten Neuzugang auf der Agenda dieser actionreichen Saison, und alle Teams, die an ihrer Entwicklung beteiligt waren, haben sich ganz und gar auf ihren fröhlich-schrägen Charakter eingelassen.

Eine der zentralen Aufgaben im künstlerischen Prozess war es, sicherzustellen, dass Jetpack Cat den richtigen Niedlichkeitsfaktor besaß – eine feste Vorgabe von Dion Rogers für ihr Heldendesign. Aber zum Glück hat das Team das auf ganzer Linie gut hinbekommen.

Concept Artist Bobby Kim entwickelte eine visuelle Ausarbeitung von Jetpack Cat, die sofort auf breite Zustimmung stieß. Er lieferte mehrere Jetpack-Entwürfe, mit denen Produzenten und 3D Artists weiterarbeiten konnten, sowie ein Konzept für ein verspieltes und zugleich plausibles Cockpit-Design. Die Knöpfe, mit denen Fika ihren Jetpack steuert, sehen aus wie blinkende Katzenspielzeuge aus der Zoohandlung, nur mit deutlich mehr Wumms dahinter.

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Ihr Jetpack, der als Teil ihrer Hintergrundgeschichte von Brigitte Lindholm entworfen wurde, trägt maus-geblich dazu bei, dass Jetpack Cat wie eine echte Overwatch-Agentin wirkt. Hard Surface Artists setzten auf ausgesuchte Metallmaterialien und runde, harmonische Formen, um ihn auf Anhieb als Overwatch-Technologie erkennbar zu machen. Dadurch musste Fika selbst nicht auf Biegen und Brechen ins Universum passen.

Eine auffallend kluge Katze glaubhaft und zugleich stimmig ins Spiel einzubauen, stellte die Designteams vor eine große, aber willkommene Herausforderung. Echte Katzen verfügen über eine Anatomie, die sie gelinde gesagt weniger geeignet erscheinen lässt, einen Mech zu steuern als etwa ein Mensch oder sogar ein Gorilla-Wissenschaftler: Ihre Schultern sind nach innen ausgerichtet und erlauben kaum seitliche Bewegungen. Das 3D-Modell von Fika besitzt bereits kleine Details wie bewegliche Schultern und größere, geweitete Augen. Letztere sollen dafür sorgen, dass sie sich ganz natürlich in die Welt von Overwatch einfügt und so richtig niedlich aussieht. (Bei bestimmten Animationen verengen sich ihre Pupillen allerdings wieder zu den typischen Katzenaugen!)

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Für den Luftkampf gerüstet

Statt sich von der Idee einer Meme-Heldin abschrecken zu lassen, fühlte sich das Hero Design Team von Jetpack Cat geradezu angespornt, ihrem gesamten Kit eine Dosis Katzenchaos zu verleihen. Viele ihrer Fähigkeiten greifen das allzu reale Phänomen auf, dass Katzen alles vom Tisch fegen, was ihnen unter die Pfoten kommt, und ihre spielverändernden Verbindungsfähigkeiten spielen auf die Schnüre und Kabel an, die bei den Haustieren unseres Teams für Begeisterung sorgen. Darüber hinaus heißt es, das Schnurren von Katzen reguliere den Herzschlag und fördere die Heilung. Genau das diente als Inspiration für die Flächenheilungsfähigkeit Schnurren.

Der erste Baustein von Fikas Fähigkeitskit war die Idee des Dauerflugs, eine neue Herausforderung aber auch große Chance für ihr Strike Team. Ein System für unbegrenztes Fliegen zu entwickeln, war ein ziemliches Unterfangen, da es so etwas bislang in Overwatch nicht gab. Gleichzeitig vereinfachte es die Animationsarbeit: Wenn Jetpack Cat permanent in der Luft bleibt, entfällt die sehr komplexe Aufgabe, einen Vierbeiner mit aufgeschnallter Technik glaubwürdig am Boden laufen zu lassen. (Helden wie Pharah, die laufen und fliegen können, benötigen zwei unterschiedliche Animationssets.)

Dann ging es an die Rettungsleine, eine Fähigkeit, die aus einem separaten Heldenkonzept entstand: einem Zweisitzer, bei dem die eine Person die Bewegung steuert und die andere Schaden austeilt (man denke an Cho’Gall aus Heroes of the Storm).

Die Gameplay Engineers mussten nicht nur die passende Geschwindigkeit und Länge der Rettungsleine festlegen, sondern auch physikalische Gesetze anwenden, damit sich alles fair anfühlt. Zum Beispiel werden gegnerische Tanks aufgrund ihres Eigengewichts langsamer von Jetpack Cat mitgezogen. Selbst die Befestigungspunkte mussten für unterschiedliche Helden spezifisch angepasst werden – schließlich trägt man Tracer anders als Mauga, oder? – und für die gesamte Riege wurden Anhebe-Animationen erstellt oder modifiziert.

Diese Detailverliebtheit prägte Jetpack Cats gesamte Präsenz im Spiel und blieb auch dann bestehen, als die Anforderungen immer weiter anzogen.

Einige Fähigkeitssets sehen auf dem Papier gut aus, bewähren sich aber nicht im tatz-ächlichen Spielgeschehen. In einem der ersten Builds hatte Fika eine ultimative Fähigkeit, die heranfliegende Geschosse verlangsamte – als Hommage an die blitzschnellen Reflexe einer durchschnittlichen Katze. Nutzten dann aber Jetpack Cats auf beiden Seiten eines Matchs ihr Ultimate gleichzeitig, lief auch der Spielserver nur noch in Zeitlupe.

Eine so unkonventionelle Heldin passgenau in die bestehende Heldenriege einzufügen, war ein Drahtseilakt. Das Team musste die ideale Größe für Jetpack Cats Modell im Spiel austüfteln, um sowohl ein stimmiges Gesamtbild als auch Fairness zu gewährleisten. Wäre ihr Modell zu groß ausgefallen, wäre sie aus dem Rest der Heldenriege herausgestochen. Im Kätzchenformat wiederum wären Fikas Metallflügel kaum zu treffen gewesen. Das richtige Tempo zu finden, war ebenfalls heikel: Bewegte sich Jetpack Cat gar zu schnell, ließ das ihren Gegnern kaum eine Chance zu reagieren. Gleichzeitig ist ihre Mobilität aber essenziell für ihr gesamtes Kit.

Konstante Kommuni-katz-ion (sorry) und gezielte Designentscheidungen waren der Schlüssel, mit dem Team 4 diese Hürden bewältigte. Bei der Entwicklung neuer Helden treffen sich die verschiedenen Teams normalerweise wöchentlich, arbeiten anschließend getrennt an ihren Aufgaben und kommen dann zum nächsten Spieltest wieder zusammen. Saison 1 hatte aber einen gestrafften Produktionszeitplan. Das spielte Jetpack Cats Strike Team in die Karten, denn dadurch stand es öfter im Austausch, bewertete Lösungen gemeinsam und arbeitete enger zusammen.

Balanceakt des Stubentigers

Die Designer, die Fika auf eure Matches losgelassen haben, wissen, dass es eine echte Herausforderung ist, so ein chaotisches Fellmonster zu bändigen. Unser Balance Team versichert, dass es notfalls noch ein paar Laserpointer im Ärmel hat, um Fika sprichwörtlich die Krallen zu stutzen. Allerdings enthält bereits ihr Basiskit zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen, damit sie nicht zum finalen Boss von Overwatch avanciert.

Betrachten wir zum Beispiel ihren Dauerflug: Um zu verhindern, dass clevere Spieler das ganze Match an der Spitze des Lijiang Towers verbringen, kommen die meisten von Jetpack Cats Fähigkeiten Verbündeten nur zugute, wenn sie dicht bei ihnen ist. Schnurren heilt nur im direkten Umkreis von Fika und die Projektile ihres Primärfeuers unterliegen auf die Distanz einer Schadensabnahme, was euch dazu ermutigen soll, bei eurem Team zu bleiben. Sogar ihre einflussreichste Fähigkeit, Rettungsleine, nimmt Jetpack Cat einen Großteil ihres Nutzens fürs Team, da sowohl Schaden als auch Heilung begrenzt werden. Das wird euch zwar wohl kaum komplett davon abhalten, euren Bastion das ganze Match lang in der Luft herumzukutschieren, aber ihr solltet es euch zumindest überlegen.

Die zwei Seiten von Jetpack Cat – aggressive Lufthoheit oder Retterin in der Not – sind bewusst von ihren Designern gleich stark angelegt. Den Balanceakt zwischen Chaos und Glaubwürdigkeit zu meistern, stand für ihr Strike Team an erster Stelle. Letztlich ist Overwatch eine Welt voller Hoffnung, Zusammenhalt und forschenden Primaten. Kompetitiver Anspruch und Spaß schließen sich nicht aus … manchmal braucht es schnurr die richtige Portion Katzenminze.