Wöchentliche Zeitschleife: Stärke. Ruhm. Vendetta.
Die Wölfin der Vergeltung streift durch die Schatten; ihre Schritte, leichtfüßig, doch unverkennbar auf der Jagd, hinterlassen Pfotenspuren im Sand. Ihre imposante Silhouette ziert die Wände der Arena Victoriae und die Präsenz von La Lupa scheint bis in die Grundfesten des Overwatch-Universums vorzudringen. Inmitten des tosenden Jubels der Menge im Colosseo tritt sie ins Rampenlicht.
Vendetta ist angekommen … und sie wird nicht kampflos wieder verschwinden.
Mit einem Schwert, das ungefähr so groß ist wie zwei Torbjörns, stellte sich euch die 45. Heldin letzte Woche in einem action- und wutgeladenen Heldentrailer offiziell vor. Unsere neueste Schadensheldin ist eine schnelle und tödliche Gladiatorin, gestählt durch die Prüfungen des Kolosseums und die Taten von Overwatch selbst.
Ab dem Beginn ihrer Heldenprobe am 26. November könnt ihr ihre schlagkräftigen und agilen Fähigkeiten selbst austesten, doch ihr Entwicklerteam wollte euch vorher noch tiefere Einblicke in die Mechaniken und Beweggründe der personifizierten Rache geben und auf den Prozess hinter ihrer Entstehung eingehen.
Eine Gladiatorin steigt auf
Wie ihr Heldentrailer schon andeutet, ist Vendetta fest entschlossen, ihr Geburtsrecht zurückzufordern, und sie wird jeden niederstrecken, der sich ihr in den Weg stellt. Doch ihre Motivation hätte eine völlig andere Richtung einschlagen können, wenn der frühe Konzeptionsprozess anders verlaufen wäre.
Aus erzählerischer Sicht musste ihr Team buchstäblich zwischen Gut und Böse wählen. In einer frühen Version war Vendetta eine Gladiatorin, die die italienische Bevölkerung während Ramattras Null Sector-Angriffen verteidigte. Das Story-Team entschied sich jedoch aus verschiedenen Gründen, darunter auch ein ziemlich offensichtlicher, für eine weitaus schurkischere Richtung. „Es ist einfach viel cooler“, sagt Senior Narrative Designer Jude Stacey, der maßgeblich an der Entwicklung von Vendettas Geschichte beteiligt war.
„Es ist schon eine Weile her, dass wir einen echten Bösewicht hatten“, sagt Jude über den Prozess, Vendettas Persönlichkeit zu entwickeln. „Da gab’s kein Hin und Her und auch keinen Versuch, irgendwen davon zu überzeugen, dass sie böse ist. Das kam einfach ganz von selbst.“
Die Grundidee von Vendetta war in Sachen Heldendesign schon früh erkennbar, aber bis die Details richtig zusammenpassten, hat es eine Weile gedauert. Laut Senior Game Producer Kenny Hudson verfolgt das Team bei der Entwicklung neuer Overwatch-Helden normalerweise einen dreistufigen Ansatz: Inspiration entsteht entweder aus einem erzählerischen Moment, der Idee für die Fähigkeiten eines Helden oder aus überzeugenden Konzeptzeichnungen. Oft beeinflusst eines davon die beiden anderen.
Frühe Konzeptzeichnung von Vendetta
Das Team wusste, dass es einen robusten Helden erschaffen wollte, und ließ sich von der Ästhetik von Kreuzrittern, Gladiatoren und anderen wuchtigen Charakterkonzepten leiten. Wir kannten die Rolle und den Archetypen, also haben wir angefangen, darüber zu sprechen, wie dieser Held und seine Silhouette aussehen könnten“, erzählt Kenny.
Für die Heldin, die später zu Vendetta werden würde, entstanden drei völlig unterschiedliche Prototypen. Einer war eine Hitscan-Heldin mit hoher Reichweite, ein anderer eine Assassine auf mittlere Distanz und der letzte ein Nahkampf-Schadensheldin. Der Nahkampf-Build war nicht nur der überzeugendste, er bot auch das klarste Potenzial für etwas, das das Overwatch-Team sich schon lange gewünscht hatte: einen Helden zu erschaffen, der ein wirklich, wirklich großes Schwert schwingt. Das Team ließ sich dabei von den unterschiedlichsten fiktionalen Werken inspirieren, darunter Old-School-Videospielreihen und Anime-Klassiker, in denen Helden gigantische Waffen führen.
Das Universum erweitern
Wie Jude erklärt, war Vendettas Geburt tief in der Hintergrundgeschichte des Overwatch-Universums verankert. Sie ist das einzige Kind des ehemaligen hochrangigen Talon-Mitglieds Antonio Bartalotti, der von Gabriel Reyes erschossen wurde. Doch die Bedeutung der Wölfin der Vergeltung für das übergeordnete Universum geht weit über ihre Abstammung und ihren anhaltenden Groll hinaus.
Seit Jahren wurde das Story-Team nach einem Helden mit italienischen Wurzeln gefragt und Vendetta bot die perfekte Gelegenheit, diesen Wunsch endlich umzusetzen und gleichzeitig auszubauen, wie die Welt im späten 21. Jahrhundert aussieht. Colosseo, eine Schubkarte, die mit Overwatch 2 erschien, gab bereits einen ersten Einblick in die Zukunft Italiens, und die Karte Arena Victoriae öffnete die Tore des Kolosseums. Doch Vendettas Geschichte wird mehr in die Details eintauchen.

„Durch Vendetta konnten wir wirklich ausarbeiten, was in diesem Ring passiert und was er für Italien bedeutet“, erklärt Jude. Im Overwatch-Universum ist das Colosseo eine kulturelle Größe für Italien und ein Symbol des kulturellen Stolzes. Vendettas Dominanz in der Arena verschafft ihr Legendenstatus sowie Macht und Einfluss als Mitglied der europäischen Elite – etwas, das wir im Laufe ihrer Geschichte immer deutlicher sehen werden.
Die Seele Italiens wurde bewusst in jede Facette von Vendetta eingewoben. Jude und das Story-Team ließen sich von der Opulenz, dem Ruhm und der Dominanz des Römischen Reiches inspirieren (mit Unterstützung des italienischen Lokalisierungsteams), um alles, von ihrer Bewaffnung bis hin zu ihren Sprüchen, auszuarbeiten.
La Lupa, ihr Titel in der Arena und ihr Spitzname, unter dem sie die Overwatch-Community vor ihrer offiziellen Enthüllung kannte, verweist auf die legendäre Wölfin von Rom, die die Gründer Romulus und Remus aufzog. Ihr Schwert trägt den Namen „Palatine Fang“ (auf Deutsch: Reißzahn), eine Ehrung des Hügels, auf dem die Gründer von der Wölfin großgezogen wurden.
Mehrere Sprüche wurden in enger Abstimmung mit dem italienischen Lokalisierungsteam entwickelt, um maximale Authentizität zu gewährleisten, und einige davon machen klar, wie tief Vendetta in die zahlreichen Fehden und Allianzen des Overwatch-Universums verstrickt ist.
Der Wölfin entkommt ihr nicht
So mühelos, wie sie sich in die bestehende Hintergrundgeschichte von Overwatch einfügt, besetzt Vendetta auch eine bislang leere Nische in der Overwatch-Heldenriege. Das Team musste sich von der Idee einer Kreuzritterin in schwerer Rüstung lösen, um eine klar erkennbare Silhouette zu erschaffen, doch genau diese Änderung inspirierte sie dazu, Agilität mit wuchtigem Nahkampfschaden zu kombinieren.
Vendettas Fähigkeiten machen sie deutlich mobiler als Reinhardt oder Brigitte, die beiden anderen echten Nahkampfwaffen-Helden von Overwatch. Ihr Design-Team betont, dass in ihrem Kampfstil ein Maß an Aggression steckt, das euch dazu ermutigt, die Distanz zwischen Vendetta und dem gegnerischen Team zu überbrücken.
Reißzahn
Ihr Schwert Reißzahn ist ein zentraler Bestandteil dieser Agilität. Anstatt ein Schwert aus massivem Eisen zu führen, nutzt Vendetta eine einzigartige Klinge aus Hartlicht, die wunderschön und tödlich zugleich ist. Die perfekte Waffe für sie zu erschaffen, war eine Herausforderung, der sich das Team sofort angenommen hat.
Es galt nicht nur herauszufinden, wie das Schwert in der Ego-Perspektive sichtbar bleiben kann, sondern auch Arten zu entwickeln, es so darzustellen, dass präzise Hiebe aus jedem Winkel möglich sind. Darüber hinaus stellte auch die visuelle Umsetzung eine Herausforderung dar: Reißzahn sollte rot glühen, doch Rot steht im Standard-Farbschema von Overwatch bereits für gegnerische Einheiten.
Die Lösung? Unterschiedliche Farbgebungen für Verbündete und Gegner. Wenn ihr im selben Team wie Vendetta seid – und darauf solltet ihr hoffen – beginnt ihre Klinge schwarz-weiß zu leuchten, sobald sie angreift. Wenn ihr jedoch die Gejagten seid, zeigt sich das wahre elektrisierende Rot von Reißzahn … und das ist euer Zeichen, zu rennen.
Unterschätzt niemals eine Bedrohung
Vendetta hat schon früh gelernt, niemals einen Feind zu unterschätzen – etwas, das sie ihr Vater laut ihrer eigenen Aussage selbst mit seinem Tod gelehrt hat. Und genau diese Warnung, so betont es das Team, solltet ihr euch ebenfalls zu Herzen nehmen.
Mehrere ihrer Entwickler stimmen darin überein, dass Vendetta überraschend schwer zu meistern ist, und dass in ihren Fähigkeiten ein Element des Zielens steckt, das mehr Präzision erfordert, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Sie wiesen auf einen präzisen Überkopfschwung hin, den ihr perfekt timen müsst, um aus einer Kombo den maximalen Schaden herauszuholen. Ihre Mobilität kann zudem ungewollt zur Falle werden. Sie verleitet übereifrige Angreifer dazu, sich kopfüber in die Action zu stürzen, ohne einen Fluchtplan zu haben.
Außerdem zieht sich das Motiv, unterschätzt zu werden, durch Vendettas gesamte Geschichte. „So sehr sie auch eine Antagonistin ist – und lasst euch von niemandem etwas anderes erzählen – ihre Beweggründe sind nachvollziehbar“, sagt Jude. Es ist völlig beabsichtigt, dass sich das Publikum in ihren Handlungen und in ihrer Geschichte wiederfinden kann.
„Ich glaube, viele Menschen – ganz besonders Frauen – haben schon erlebt, dass ihnen Chancen genommen wurden, für die sie hart gearbeitet haben oder von denen sie das Gefühl hatten, sie verdient zu haben. Oder sie wurden unterschätzt, herablassend behandelt oder allgemein nicht ernst genommen: ganz so, wie es Vendetta selbst erlebt hat“, erklärt Jude. „Aber sie hat erkannt, dass dir nichts einfach geschenkt wird und dass du dem, was du willst, nachjagen musst. Du musst dafür kämpfen.“
Und genau das wird sie tun. Schließt euch ihr an oder steht ihr zumindest nicht im Weg, wenn Vendettas Heldenprobe nächste Woche am 26. November beginnt!